Papiertiger

Der Papiertiger: HCB Handbuch

 
   
   
   
   
   
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Der Papiertiger ist eine Enzyklopädie des Sadomasochismus, zusammengestellt von Datenschlag. Hier versuchen wir, möglichst umfassend, Begriffe aus dem SM-Bereich zu erklären.



Voller Name HCB Handbuch der Sadomasochisten, zeitweilig auch HCB Handbuch des Sadomasochismus. Aus der HCB-Mailbox hervorgegangenes elektronisches Dokument im reinen ASCII-Format, enstanden mit dem Ziel (aus VERBREIT.TXT, Efeuversion, 8. Auflage, November 1994):

Sicherheit und Spass von Gleichgesinnten zu fördern und ihnen den Zugang zu anderen sadomasochistischen Informationsquellen zu erleichtern.

Nach den Angaben im Handbuch selbst entstanden seine ersten Versionen in der Mailbox und nur für seine Mitglieder. Nachdem die Mailbox selbst aufhörte zu existieren, arbeitete ein "kleiner Kreis von ehemaligen Mitgliedern" für den Eigenbedarf weiter an der von ihnen als Schattenversion (s. Eintr.: HCB Handbuch) bezeichneten, ersten Auflage, die Juli 1993 mit einer Grösse von 350 KB entstand. Es folgten weitere Versionen, Auflagen genannt, aber erst mit der vierten im August 1993 wurde die Hoffnung auf eine Rückkehr zur eigentlichen Mailbox aufgegeben und das Werk in eine eigenständige Form gebracht, die auch eine Verbreitung außerhalb des Autorenkreises vorsah (siehe dazu aber unten). An der fünften Auflage (Dezember 1993) waren keine der ursprünglichen Mitglieder der eigentlichen HCB Mailbox mehr beteiligt. Etwa zu dieser Zeit wurden auch anonyme Disketten ohne Absender- oder Kontaktangabe per Post an einzelne Teile der Subkultur (AK Vernetzung, AG S/MÖff) verteilt. Die Autoren des Handbuchs fanden sich zu keiner offenen Zusammenarbeit bereit, da sie nur anonym arbeiteten und selbst nicht in irgend einer Form für Diskussion und Feedback erreichbar sein wollten. Einen Artikel dazu findet sich in der SM-Depesche (s. Eintr.: S/M-Depesche) (HEFT FEHLT).

Mit der sechsten Auflage (März 1994) hatten die Autoren dann über einen Anon-Server Zugang zum Internet gefunden, über den von außen Verbesserungsvorschläge gemacht werden konnten. Diese Anbindung an das Internet, wie "einige interne Umorgansationen" waren anscheinend der Grund, warum nach einer möglicherweise aus Versehen in Umlauf gekommenen siebten Auflage (September 1994) die achte Auflage (November 1994) nicht mehr als Schattenversion, sondern als Efeuversion bezeichnet wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Handbuch eine Grösse von über 1 MB erreicht. Diese achte Auflage ist die letzte bekannte.

Alle Versionen des Handbuchs sind in einzelne Files, Kapitel genannt, aufgeteilt, die nach Themen geordnet sind, so FESSELN.TXT über Fesselspiele oder LITERAT.TXT als eine Literaturliste, ähnlich den Livres du Mal, Les. Stil, Qualität und Ausführlichkeit der einzelnen Kapitel unterscheiden sich drastisch und einige Teile (z.B. die ersten Versionen der JURA.TXT) sind eher realitätsfern. Neben Auflistungen von Materialen oder Quellen wie Bücher, Filme, pornographische Filme oder Musik findet sich Essays und Skizzen über einzelne Teilbereiche des Sadomasochismus wie zum Thema Schlagspiele oder Dressur. Alle Versionen beinhalten auch eine EINLEIT.TXT als Einleitungstext für Nichtsadomasochisten. Sehr viel Material ist aus dem Internet übernommen worden und von dem Verwalter der FAQ der Newsgroup alt.sex.bondage hatten sich die Autoren das Recht zur Verwendung der dort enthaltenen Informationen eingeholt.

Allen Auflagen des Handbuchs sind drastische Regeln zur Einschränkung der Verbreitung und Vervielfältigung eigen, die zwar von Auflage zu Auflage gelockert wurden, aber besonders in den ersten Auflagen an Paranoia zu grenzen scheinen, die nach der Meinung der späteren Autorengruppen durch den unklaren Untergang der HCB Mailbox entstanden sein muss. Diese Beschränkungen, insbesondere die, daß das Handbuch nicht auf Papier gedruckt werden darf, haben seine Verbreitung und seinen Nutzen drastisch eingeschränkt.

Wer die ursprünglichen und späteren Autoren sind oder waren, ist unklar und auch die angegebenen Internetadressen sind nicht mehr gültig; gearbeitet wird aber wohl am HCB-Handbuch seit der Efeuversion nicht mehr. Teile des Handbuchs, besonders in früheren Auflagen, lassen darauf schließen, dass es keine Kontakte mit den zu dieser Zeit bereits organisierten Subkultur gab und sich die Autoren auch untereinander nur zum Teil kannten. Im wesentlichen war und ist der Eindruck der von zwar engagierten, aber sehr isolierten Einzelindividuen. Eine Vielzahl sachlicher Fehler und Irrtümer verstärkten die Skepsis von Seiten der organisierteren und/oder mit der Newsgroup alt.sex.bondage vertrauten Sadomasochisten.

Die historische Bedeutung des HCB Handbuchs liegt darin, dass zum ersten Mal in deutscher Sprache eine elektronisch verfügbare und vertriebene File-Sammlung zum Thema Sadomasochismus unternommen wurde, die auch viele Interessierte zu erreichen versuchte, die sonst keinen Zugang zum Mainstream der sadomasochistischen Literatur, den Newsgroups oder der organisierten Subkultur hatten bzw. scheuten.

Einige spätere Werke haben Material aus dem Handbuch übernommen. So findet sich in The Dominant Female in Print and Media, das regelmäßig in die Newsgroup alt.sex.femdom gepostet wird, ein Hinweis auf Material aus dem Handbuch. Eine Liste von Kinofilmen mit sadomasochistischen Szenen, die in unregelmäßigen Abständen in die alt.sex.bondage gepostet wird, scheint ursprünglich ebenfalls daher zu stammen. Die Anleitungskapitel wie FESSELN.TXT oder PEITSCHE.TXT für Schlagspiele sind inzwischen durch oft bessere, meist aus den USA stammende Bücher zum Thema Sadomasochismus überholt worden.

Der Papiertiger entstand aus der Idee heraus, das Material des Kapitels LEXIKON.TXT zu aktualisieren.

 

Synonyme: Schattenversion

Siehe auch: HCB

Auf diesen Eintrag verweisen: Codes, Erniedrigungszeichen, HCB, Papiertiger, Schwermetall, Sicherheit

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Stand: 29.11.2002.

 

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